Der Klimawandel dominiert den öffentlichen Umweltdiskurs — und das aus gutem Grund. Aber die Biodiversitätskrise ist ebenso dringend, ebenso durch Menschen verursacht und in mancher Hinsicht unmittelbarer bedrohlich für das menschliche Wohlbefinden. Die Jugendarbeit war langsam damit, sich damit zu befassen. Das ist ein Fehler, den es wert ist, zu korrigieren.
Die IPBES-Globalbewertung von 2019 stellte fest, dass rund eine Million Tier- und Pflanzenarten aktuell vom Aussterben bedroht sind, mehr als je zuvor in der Menschheitsgeschichte. Globale Wildtierpopulationen sind seit 1970 um durchschnittlich 69% zurückgegangen.
Man kann sich nicht um etwas kümmern, das man nicht kennt. Die meisten jungen Menschen in europäischen Städten haben fast keinen Kontakt mit natürlichen Systemen. Jugendarbeit, die diesen Kontakt schafft — auch kurz, auch lokal — pflanzt Samen, die zu etwas viel Größerem heranwachsen können.
Der Kontakt mit der Natur hat gut dokumentierte Vorteile für die psychische Gesundheit junger Menschen. Natur ist nicht nur ein Umweltthema. Es ist ein Wohlbefindenthema. Und Wohlbefinden ist das Ziel der Jugendarbeit.