Design Thinking ist zu einem der am weitesten verbreiteten Rahmen in Business Schools, Innovationslaboren und Unternehmensschulungsprogrammen geworden. Die Jugendarbeit war langsamer damit — was bedauerlich ist, denn der Design-Thinking-Prozess passt nahezu perfekt zur Funktionsweise guter Jugendarbeit.
Design Thinking ist ein Problemlösungsansatz, der tiefes Verständnis der Menschen, für die man gestaltet, schnelles Prototyping möglicher Lösungen sowie iteratives Testen und Verfeinern priorisiert. Es geht nicht davon aus, dass Experten die Antworten haben — es geht davon aus, dass Antworten durch einen strukturierten Prozess des Zuhörens, Schaffens und Lernens aus Fehlern entstehen.
Bevor Sie irgendetwas gestalten, müssen Sie die Menschen verstehen, für die Sie gestalten. In der Jugendarbeit bedeutet das, junge Menschen zu fragen, was sie wirklich brauchen — nicht was Sie annehmen, dass sie brauchen — und die Antworten ernst zu nehmen.
Identifizieren Sie aus Ihrer Forschung das Kernproblem, das Sie lösen möchten. „Junge Menschen in unserer Stadt sind vom bürgerlichen Leben losgelöst" ist kein Designproblem. „Junge Menschen in unserer Stadt haben das Gefühl, dass ihre Meinungen gehört, dann aber von Entscheidungsträgern ignoriert werden" ist eines.
Generieren Sie eine große Anzahl möglicher Lösungen, bevor Sie eine davon bewerten. Der größte Feind der Innovation ist vorzeitige Konvergenz — sich auf die erste gut klingende Idee zu einigen.
Bauen Sie grobe, schnelle Versionen Ihrer besten Ideen. Ein Prototyp ist kein fertiges Produkt — er ist eine physisch gemachte Frage. Das Ziel ist, etwas so schnell und günstig wie möglich testbar zu machen.
Wenn Sie sich für Ihren ersten Prototypen schämen, haben Sie zu lange gewartet, ihn Menschen zu zeigen. Der Punkt ist zu lernen, nicht zu beeindrucken.
Stellen Sie den Prototypen echten Nutzerinnen und Nutzern vor — in der Jugendarbeit echten jungen Menschen — und beobachten Sie, was passiert. Bitten Sie sie zu zeigen, wie sie ihn nutzen, anstatt es zu erzählen.
Design Thinking funktioniert besonders gut für die Entwicklung neuer Jugendprogramme, die Neugestaltung bestehender oder die Bearbeitung von Gemeinschaftsproblemen mit jungen Menschen als Co-Designer.