Die Türkei ist seit 2014 ein Erasmus+ Programmland — das bedeutet, dass junge Türken und türkische Organisationen an der gesamten Palette von Erasmus+ Aktionen zu gleichen Bedingungen wie EU-Mitgliedstaaten teilnehmen können. Das ist selbst unter jungen Menschen in der Türkei nicht weithin bekannt. Dieser Artikel erklärt, was das in der Praxis bedeutet, und welche Möglichkeiten für türkische Jugendorganisationen im Jahr 2026 bestehen.
Programmlandes-Status bedeutet, dass türkische Organisationen Erasmus+ Projekte leiten können — nicht nur als Partner teilnehmen. Eine türkische NGO kann einen KA1-Antrag bei der Türkischen Nationalen Agentur (TUA) einreichen, Förderung erhalten und internationale Teilnehmer in der Türkei aufnehmen. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu Drittländern, die nur unter bestimmten Bedingungen an bestimmten Aktionen teilnehmen können.
Die Türkische Nationale Agentur (TUA) ist die Einrichtung, die für die Verwaltung der Erasmus+ Mittel in der Türkei zuständig ist. Die in Ankara ansässige TUA bearbeitet Anträge, Bewertungen, Monitoring und Zahlungen für alle Erasmus+ Aktionen im Land. Für Jugendaktionen veröffentlicht TUA zwei bis drei Mal pro Jahr Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen, abgestimmt auf die Fristen der Europäischen Kommission.
Türkische Organisationen waren in Erasmus+ Bewertungsrunden konsistent wettbewerbsfähig. TUA berichtet von starken Absorptionsraten — das bedeutet, türkische Organisationen geben die erhaltenen Zuschüsse erfolgreich aus, was ein positives Signal für zukünftige Mittelzuweisungen ist.
Als Programmland nimmt die Türkei teil an:
Sprache: Anträge an TUA werden auf Türkisch eingereicht, was eine erhebliche Hürde für kleinere Organisationen beseitigt. Partnerschaft: Das Finden internationaler Partner ist oft der schwierigste Schritt. Das SALTO-Ressourcenzentrum für Osteuropa und den Kaukasus (mit Sitz in Warschau) unterstützt speziell Partnerschaften mit türkischen Organisationen.
Registrierung: Türkische Organisationen müssen bei TUA registriert sein und einen gültigen PIC auf dem EU-Förder- und Ausschreibungsportal haben. Dieser Prozess ist kostenlos, dauert aber eine Weile — planen Sie mindestens zwei Wochen vor einer Frist ein.
Trotz Programmlandes-Status stehen türkische Organisationen manchmal vor praktischen Herausforderungen: Visaanforderungen für Teilnehmer, die in bestimmte EU-Länder reisen (obwohl Programmförderung Visakosten abdecken kann), Wechselkursschwankungen, die den realen Wert der Zuschüsse beeinflussen, und das Finden türkischer junger Menschen ohne vorherige internationale Erfahrung, die bereit sind, sich für ein 1–3-wöchiges Programm im Ausland zu verpflichten. Diese sind handhabbar, erfordern aber Planung.
Das Erasmus+ Programmbudget 2021–2027 ist das größte in der Geschichte des Programms — 26,2 Milliarden € über alle Sektoren. Jugendorganisationen in der Türkei, die jetzt ihre Kapazitäten aufbauen — durch Akkreditierungen, die Entwicklung von Partnerschaften und die Einreichung ihrer ersten Anträge — sind gut positioniert, um in den nächsten drei Jahren erheblich zu wachsen. Die Pipeline vom ersten Antrag bis zum etablierten Programm dauert typischerweise 18–36 Monate.
YouthTICK wurde von jungen Menschen mit Wurzeln in der Türkei gegründet, die sich dafür einsetzen, Brücken zwischen der türkischen Zivilgesellschaft und dem breiteren europäischen Jugendsektor zu bauen. Wir entwickeln aktiv unsere ersten Erasmus+ Anträge und bauen ein Partnernetzwerk auf. Wenn Sie ein junger Mensch oder eine Jugendorganisation in der Türkei sind, die an Erasmus+ interessiert ist, möchten wir von Ihnen hören.