Junge Menschen verbringen täglich durchschnittlich 4-6 Stunden auf Social-Media-Plattformen. Die meisten von ihnen haben kaum Verständnis davon, wie diese Plattformen entscheiden, was sie sehen, warum sie es sehen und was dieser Auswahlprozess erreichen soll. Diese Unwissenheit ist nicht zufällig. Sie ist eine bewusste Designentscheidung von Plattformen, deren Geschäftsmodell davon abhängt.
Der Empfehlungsalgorithmus ist der Motor jeder großen Social-Media-Plattform. Er entscheidet, welche Beiträge in Ihrem Feed erscheinen, welche Videos automatisch abspielen, welche Konten Ihnen vorgeschlagen werden. Sein Ziel — in jedem Fall — ist es, „Engagement" zu maximieren.
Der Algorithmus beabsichtigt nicht, jemanden zu radikalisieren. Er weiß nur, dass Inhalte, die etwas extremer sind als das, was Sie bereits konsumiert haben, eher Ihre Aufmerksamkeit halten. Wiederholen Sie dies hunderte Male, und der kumulative Effekt kann tiefgreifend sein.
Empfehlungsalgorithmen schaffen auch Filterblasen: Informationsumgebungen, in denen man hauptsächlich Ansichten begegnet, die die eigenen bestehenden Überzeugungen bestätigen. Das Ergebnis ist, dass Menschen in verschiedenen algorithmischen Blasen wirklich unterschiedliche Informationsrealitäten bewohnen.