Der Europäische Green Deal — das EU-Vorzeige-Politikrahmenwerk zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 — ist in erster Linie keine Jugendpolitik. Aber seine Auswirkungen auf Jugendorganisationen, die Jugendarbeitspraxis und die jungen Menschen, mit denen Organisationen arbeiten, sind erheblich.
Der Europäische Green Deal ist ein Paket aus Politiken, Gesetzgebungsakten und Finanzierungsmechanismen, das darauf abzielt, die EU in „eine faire und prosperierende Gesellschaft mit einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft" zu verwandeln.
Erstens gibt es Finanzierung. Der Green Deal erschließt erhebliche Ressourcen über mehrere Programme — nicht nur die offensichtlichen wie LIFE+ oder Horizon Europe, sondern auch Erasmus+ (mit Nachhaltigkeit als Querschnittspriorität), den Europäischen Sozialfonds+ und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.
Der Green Deal ist keine Einschränkung für die Jugendarbeit. Er ist eine Einladung. Der Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft erfordert genau die Kompetenzen, die gute Jugendarbeit entwickelt: Anpassungsfähigkeit, bürgerschaftliches Engagement, Systemdenken und die Fähigkeit, über Unterschiede hinweg zu arbeiten.
Das wichtigste Konzept im Green Deal für Jugendorganisationen, die mit benachteiligten Gemeinschaften arbeiten, ist „gerechter Übergang" — die Anerkennung, dass die Umstellung auf eine grüne Wirtschaft einige Gemeinschaften und Arbeitnehmer härter treffen wird als andere.
Erasmus+ verlangt von Antragstellern nun explizit, die Umweltauswirkungen ihrer Mobilitätsaktivitäten zu berücksichtigen. Das ist es wert, nicht nur aus Fördergründen ernst zu nehmen, sondern als Frage der organisatorischen Integrität.