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Warum die Gen Z politisch aktiver ist als jede Generation seit den 1960ern — YouthTICK

December 2025 ·6 min ·Mia Schneider
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Mia Schneider
Mia Schneider
Research Coordinator

Die Erzählung über junge Menschen und Politik war hartnäckig: Die Generation Z ist apathisch, durch soziale Medien abgelenkt, am bürgerlichen Leben uninteressiert. Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass diese Erzählung nicht nur falsch ist — sie ist genau umgekehrt.

Die Daten

Eine Studie aus dem Jahr 2025 vom Jugendsektor des Europarats, die Daten aus 40 Ländern auswertete, stellte fest, dass 18- bis 25-Jährige höhere Werte bei politischem Interesse, bürgerlichem Engagement und Teilnahme an kollektiver Aktion angeben als jede in den letzten sechzig Jahren gemessene Altersgruppe. Die Form dieses Engagements ist anders. Aber die Intensität ist es nicht.

Was sich verändert hat, ist der Schauplatz. Junge Menschen sind nicht weniger politisch aktiv, weil sie politischen Parteien nicht beitreten. Sie sind aktiver durch Online-Bewegungen, Verbraucherboykotts, Community-Organisierung und direkte bürgerliche Aktion.

Warum der Mythos fortbesteht

Der Apathie-Mythos hält sich, weil er mit den falschen Werkzeugen gemessen wird. Die Wahlbeteiligung — das traditionelle Maß — erfasst zwar ein reales Phänomen: Junge Menschen wählen seltener als ältere Kohorten. Aber das ist teils ein strukturelles Problem und teils eine Reflexion des sinkenden Vertrauens in die Wahlpolitik als primärer Änderungsmodus.

Junge Menschen sind nicht abwesend von der Politik. Sie sind einfach an Orte gezogen, wo die traditionelle Politikwissenschaft nicht hingeschaut hat.

Was das für Jugendbeteiligungsprogramme bedeutet

Wenn junge Menschen bereits politisch engagiert sind — nur auf nicht-traditionelle Weisen — sollten Jugendbeteiligungsprogramme nicht von einem Defizitmodell ausgehen. Sie sollten dort anfangen, wo junge Menschen sind. Auf der bereits vorhandenen bürgerlichen Identität aufbauen. Sie mit formellen Strukturen verbinden. Brücken bauen — nicht von unten nach oben, sondern seitwärts.

Bei YouthTICK beginnt unser Bürgerbeteiligungsprogramm mit dieser Prämisse. Junge Menschen in Yalova warten nicht darauf, aktiviert zu werden. Sie sind bereits mit den Themen beschäftigt, die ihr Leben betreffen. Unsere Aufgabe ist es, die Bedingungen zu schaffen, damit dieses Engagement sichtbarer, vernetzter und wirkungsvoller wird.